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David Horvitz

Das Prinzip der Wiederholung scheint in David Horvitz' Anleitung zentral zu sein. Eine Wiederholung, die sich sowohl in der von ihm vorgeschlagenen Handlung, dem Füttern der Krähen, als auch in der für die Gestaltung dieser Anleitung gewählten Form manifestiert. In der Art einer visuellen Poesie, die nur aus Buchstaben besteht, spielt Horvitz mit den Klängen, der Typografie und dem grafischen Layout und lädt zu einer einfachen und ungewöhnlichen Handlung ein. Beim lauten Lesen erzeugt der Text eine Tonmodulation, die an einen Chorus erinnert. Die Anordnung der Worte auf dem Plakat beeinflusst das Lesen und unterstreicht die Regelmäßigkeit und Monotonie der geforderten Aktion: die Krähen von Montag bis Sonntag zu füttern und damit einer Spezies näher zu kommen, die gemeinsam mit uns den Stadtraum bevölkert.

Trotz der Intelligenz, die sie auszeichnet, werden Krähen oft als schädlich oder schmutzig angesehen. Horvitz, der mit diesem Vorurteil aufräumen möchte, füttert diese Vögel selbst täglich in Los Angeles, wo er zu Hause ist. Er betont die Fähigkeit der Krähen, sich Gesichter einzuprägen. Durch seine Anleitung ermutigt er andere Stadtbewohner:innen, Tausende von Meilen entfernt, ebenfalls eine Verbindung mit diesem Tier einzugehen und damit ein:e Vermittler:in inter species zu werden.