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Weisser Gänsefuss

Antje Majewski

Zwei Fotografien von Stadtansichten teilen sich zwei Drittel des Posters. Wir sehen auf beiden Bildern je ein Exemplar derselben Pflanzenart, die sich an verschiedenen Orten neben Fahrzeugen und Wohnhäusern angesiedelt hat und aus den Fugen des Asphalts wächst. Ihr Name befindet sich in zehn mehr oder weniger vulgären Bezeichnungen oben links auf der Anleitung in einem grünen Rechteck. Im Volksmund ‚Weißer Gänsefuß‘ genannt, gilt die Pflanze weithin als Unkraut.

Antje Majewski vermittelt mit ihren Fotografien ihr Erstaunen und ihre Bewunderung für diese ‚parasitäre“ Pflanze. Sie reflektiert nicht nur den Begriff ‚Unkraut‘, sondern fordert uns auch auf, unseren Blick auf die verschiedenen Pflanzen in der Stadt zu hinterfragen. In der Lage, in den kleinsten Zwischenräumen zu wachsen, kann Chenopodium album – so der wissenschaftliche Name – in wenigen Monaten fast zwei Meter erreichen. Die Vielzahl der kursierenden Namen für diese Pflanze, die umgangssprachlich u. a. ‚Schissmelde‘ genannt wird, zeigt, wie sehr die in gewissen Regionen Deutschlands omnipräsente Pflanze das Leben von Gärtner:innen beeinflusst hat, die Opfer ihres parasitären Verhaltens wurden. Während die meisten Stadtmenschen ihr keine Beachtung mehr schenken, nimmt Majewski sie als Anlass zum Staunen und fordert den Betrachter auf, einen neuen Namen für sie zu finden.